Glosse

Glos|se
[fachspr. auch 'glo:sə] die; -, -n
<aus gleichbed. lat. glossa, eigtl. »schwieriges Wort«, dies aus gr. glõssa »Zunge; Sprache«>:
1. Erläuterung eines erklärungsbedürftigen Ausdrucks (als ↑Interlinearglosse zwischen den Zeilen, als ↑Kontextglosse im Text selbst od. als ↑Marginalglosse am Rand).
2.
a) spöttische Randbemerkung;
b) kurzer Kommentar in Tageszeitungen mit [polemischer] Stellungnahme zu Tagesereignissen.
3. span. Gedichtform, bei der jede Zeile eines vorangestellten vierzeiligen Themas als jeweiliger Schlussvers von vier Strophen wiederkehrt.
4. erläuternde Randbemerkung zu einer Gesetzesvorlage (im Mittelalter bes. die den Inhalt aufhellenden Anmerkungen im ↑Corpus Juris Civilis).

Das große Fremdwörterbuch. 2013.

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  • Glosse — Sf prägnanter schriftlicher Kommentar, Randbemerkung per. Wortschatz fach. (13. Jh.), mhd. glōse Entlehnung. Ist entlehnt aus l. glōssa, dieses aus gr. glõssa Sprache, eigentümlicher Ausdruck , eigentlich Zunge . Zunächst Bezeichnung für ein… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Glosse — »erklärende, deutende, spöttische Randbemerkung« (auch als polemische feuilletonistische Kurzform): Das Fremdwort wurde zwar schon in mhd. Zeit (glōse) aus lat. glossa entlehnt, später aber in der Schreibung an die klass. lat. Lautform… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Glosse — (v. gr.), 1) bei griechischen Schriftstellern ein provincielles, unbekanntes, dunkeles, der Erklärung bedürfendes Wort; dagegen in literaturhistorischem Sinne das so erklärende Wort; sie wurde gewöhnlich in den Handschriften auf dem Rande der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Glosse — (griech., »Zunge«), Mundart, Dialekt; dann Bezeichnung für Ausdrücke, die einer besondern Mundart angehörten, Provinzialismen, veraltete und daher leicht unverständliche und einer Erklärung bedürftige Wörter, fremdländische Ausdrücke etc.; später …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Glosse — (grch., »Zunge«, »Sprache«), ursprünglich ein zu erklärendes dunkles, bes. veraltetes Wort, dann die Erklärung selbst (auch Glossēm genannt); im gewöhnlichen Leben s.v.w. tadelnde Bemerkung; Glossātor, Erklärer dunkler Worte; Glossarĭum, Sammlung …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Glosse — Glosse, griech. deutsch, die Erklärung eines dunkeln Worts; Glossator, der Erklärer; Glossarium, Sammlung solcher Erklärungen. G. in der span. Poesie eine Dichtung im Versmaß der Decime; einzelne nicht zum Gedicht gehörige Verse werden als Thema… …   Herders Conversations-Lexikon

  • glosse — ● glosse nom féminin (grec glôssa, langue) Chacune des deux pièces buccales symétriques dont l union forme la langue chez les insectes (guêpe, abeille) …   Encyclopédie Universelle

  • -glosse — gloss(o) , glosse ♦ Éléments, du gr. glôssa « langue ». glosse, gloss(o) éléments, du gr. glôssa, langue . ⇒ GLOSSE, élém. formant Élém. formant issu du gr. (att. ) « langue », servant à construire, avec un 1er terme directement ou indirectement… …   Encyclopédie Universelle

  • Glosse — Eine Glosse (von altgriechisch γλῶσσα, glóssa, „Zunge, Sprache“, über lateinisch glossa) ist eine Erklärung eines schwierigen Wortes oder einer Textstelle, eine in der deutschen Romantik zeitweise nachgeahmte spanische Gedichtform des 17.… …   Deutsch Wikipedia

  • Glosse — Randbemerkung; Persiflage; Überzeichnung; Überspitzung; humoristische Verarbeitung; Parodie; Satire; Karikatur; Übertreibung * * * Glos|se [ glɔsə], die; , n: [spöttische] Randbemerkung, Kommentar: die beste …   Universal-Lexikon

  • Glosse — Glossen machen: tadelnde oder spöttische Bemerkungen zu etwas machen. Die Wendung ist in dieser Bedeutung seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts literarisch belegt und auch in die Mundarten eingedrungen. ›Der muß wieder seine Glossen machen‹ sagt… …   Das Wörterbuch der Idiome

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